KI in der Kita: Einige rechtliche Aspekte bei der Nutzung von KI-Tools (nein, kein Datenschutz)

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Felix Leicht

ist Rechtsanwalt und zertifizierter Datenschutzbeauftragter (TÜV) mit Schwerpunkt auf Datenschutz und IT-Sicherheit in Kitas. Er berät Kita-Träger zur DSGVO-Konformität und entwickelt praxistaugliche Vorlagen für Einrichtungen.
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Es kommen viele Anfragen zu dem Thema von Kita-Trägern die die Potentiale von KI erkennen, aber unsicher sind, welche rechtlichen Fallstricke lauern.

Deshalb habe ich einige wichtige rechtliche Aspekte kurz zusammengefasst, damit man sich einen ersten Überblick machen kann.

Datenschutz habe ich einmal ausgeklammert, da für die Basis-KI-Nutzung (Text- oder Bilderstellung) eine Eingabe oder Ausgabe von personenbezogenen Daten leicht zu verhindern ist.
Weitere konkrete Einsatzszenarien können wir gerne besprechen!

Praxisrelevanz für Kitas

Dürfen Kitas KI nutzen?

Künstliche Intelligenz bietet Kitas viele Möglichkeiten, sei es durch die Nutzung von Text-KI wie ChatGPT zur Erstellung von pädagogischen Inhalten oder Marketingtexten oder durch Bild-KI wie Midjourney oder DALL-E zur kreativen Gestaltung.

Vorab: Die Nutzung ist nicht verboten!

Doch bei der Nutzung dieser Technologien ist Vorsicht geboten, da rechtliche Risiken bestehen, die es zu beachten gilt.

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Rechtlicher Rahmen

Text-KI: Urheberrecht und Wettbewerbsrecht beachten

Die Nutzung von Text-KI-Tools wie ChatGPT kann bei der Erstellung von Werbetexten oder pädagogischen Inhalten Zeit und Ressourcen sparen.

Allerdings besteht das Risiko, dass die KI falsche Informationen oder irreführende Aussagen generiert, was bei Werbung gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verstoßen kann.

Außerdem kann es passieren, dass die KI auf urheberrechtlich geschützte Inhalte zurückgreift. In der Regel werden die Nutzer der KI die Verantwortung für die generierten Inhalte tragen müssen.

Was ist zu tun?

So vermeiden Sie rechtliche Fallstricke:

  1. Sorgfältige Prüfung: Veröffentlichen Sie keine KI-generierten Texte ungeprüft. Überprüfen Sie alle Inhalte auf korrekte und genaue Informationen.
  2. Anpassung der Inhalte: Vermeiden Sie eine übertriebene Darstellung in den Texten. Text-KI neigt dazu, sehr direkte und oft überzogene Aussagen zu treffen. Arbeiten Sie mit KI erstellte Inhalte immer um, wenn Sie diese veröffentlichen wollen.
  3. Ausschluss diskriminierender Sprache: Achten Sie darauf, dass die Texte keine beleidigenden oder diskriminierenden Aussagen enthalten, um rechtliche und ethische Standards zu wahren.

Rechtlicher Rahmen

Bild-KI: Urheberrecht und Persönlichkeitsrecht

Bild-KI-Anwendungen wie Midjourney und DALL-E ermöglichen die Erstellung einzigartiger visueller Inhalte.

Dabei gibt es jedoch rechtliche Fallstricke, insbesondere in Bezug auf das Urheberrecht und das Persönlichkeitsrecht.

Viele Bild-KIs erlauben das Hochladen und Bearbeiten fremder Bilder, was problematisch sein kann, wenn die Rechte an diesen Bildern nicht vorliegen.

Ebenso können täuschend echte Bilder bekannter Personen erstellt werden, was das Persönlichkeitsrecht verletzen kann.

Genauso können Markenechte verletzt werden, wenn geschützte Logos verwendet werden.

Was ist zu tun?

So mindern Sie die Risiken:

  1. Vermeidung fremder Bilder: Nutzen Sie keine fremden Bilder als Grundlage für KI-generierte Inhalte, wenn Sie keine Rechte an diesen besitzen. Verlassen Sie sich auf eigene Aufnahmen oder auf lizenzfreie Bilder.
  2. Persönlichkeitsrechte achten: Erstellen Sie keine Bilder von realen oder bekannten Personen. Dies könnte deren Persönlichkeitsrechte verletzen, insbesondere wenn die Bilder in einem negativen oder diffamierenden Kontext erscheinen.
  3. Vermeidung geschützter Charaktere und Marken: Verwenden Sie keine geschützten Figuren (z. B. Superhelden) oder Markenlogos in KI-generierten Inhalten. Diese sind urheberrechtlich und markenrechtlich geschützt und dürfen nur mit Erlaubnis genutzt werden.
  4. Authentizität sicherstellen: Auch wenn die Nutzung von Bildern „im Stil von“ bekannten Künstlern erlaubt ist, sollte darauf geachtet werden, dass keine Werke zu nah nachempfunden werden.

Fazit: Sichere und verantwortungsvolle Nutzung von KI in Kitas

Der Einsatz von KI-Tools kann für Kitas eine wertvolle Unterstützung sein, wenn sie verantwortungsvoll genutzt werden.

Die sorgfältige Überprüfung von Texten und das Einhalten der Rechte an Bildern sind zentrale Maßnahmen, um rechtliche Fallstricke zu vermeiden.

Achten Sie darauf, alle Inhalte auf Genauigkeit, Neutralität und Rechtmäßigkeit zu prüfen, bevor sie veröffentlicht werden.

Schulen Sie Ihre Beschäftigten hinsichtlich der Risiken und geben Sie ihnen eine Richtlinie an die Hand.

So können Sie die Vorteile von KI optimal nutzen und gleichzeitig mögliche rechtliche Risiken minimieren.

Dabei bin ich gerne behilflich!

P.S.:

Wenn Sie mit KI auch personenbezogene Daten z.B. in der Betreuung, Personalabteilung oder im Marketing verarbeiten wollen, ist der Datenschutz zu beachten.

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ist Rechtsanwalt und zertifizierter Datenschutzbeauftragter (TÜV) mit Schwerpunkt auf Datenschutz und IT-Sicherheit in Kitas. Er berät Kita-Träger zur DSGVO-Konformität und entwickelt praxistaugliche Vorlagen für Einrichtungen.
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